MGV Einigkeit 1903 Ockenheim e.V.
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1963 - Eine neue Chorleitergeneration


Der Vorstand suchte einen neuen Dirigenten und entschied sich unter mehreren Bewerbern für den Diplom-Chormeister Werner Ebling aus Sprendlingen und damit erstmals für einen Berufschorleiter an Stelle der bislang amtierenden – quasi „ehrenamtlich“ tätigen – Lehrerdirigenten, was sich zwangsläufig auf die Kostenstruktur des Vereins auswirkte – der bisherige Jahresbeitrag von drei Mark musste kräftig erhöht werden. Das gewohnte gute Miteinander von Chorleiter und Chor war dennoch von Anfang an gegeben, die chorischen Leistungen blieben konstant, wozu neben den vereinseigenen Veranstaltungen auch die gesangliche Einbindung in die gemeinsamen Auftritte der Chorgemeinschaft der acht Ebling’schen Chöre beitrug, die im Juli 1963 mit einem eindrucksvollen Konzert auch die 60-Jahr-Feier der Einigkeit gestalteten. Es war die erste Veranstaltung in der gerade fertig gestellten neuen Ockenheimer Turnhalle.

Der Chor ging wieder regelmäßig auf Sängerfeste und Wertungssingen, wobei die Teilnahme am Internationalen Chorfest des Sängerbundes Rheinland-Pfalz in Trier im Sommer 1965 ein besonderes Ereignis war. 1965 war auch das Jahr, in dem der Verein durch den plötzlichen Tod seines Vorsitzenden Heinrich Bungert, der 16 Jahre lang den Verein mit sicherer Hand durch alle Fährnisse gesteuert hatte, schmerzlich getroffen wurde. Zum Nachfolger wurde Paul Mährle gewählt, seit 1926 Vorstandsmitglied, der jedoch sein Amt nur drei Jahre ausübte, da auch er plötzlich verstarb. Seine Nachfolge trat Josef Schäfer an. Inzwischen war die neue Turnhalle Vereinslokal geworden, weil das Gründungslokal, das Gasthaus „Zur Eisenbahn“, 1965 geschlossen worden war. Vereinsgeschichtlich negativ ist die Tatsache, dass die Tradition der Theateraufführungen zur gleichen Zeit aufhörte, da sich keine Spieler mehr dazu bereit fanden. Es gab inzwischen andere verlockende Freizeitmöglichkeiten, die weniger mühsam waren als das wochenlange Rollenstudium.

1969 wurde auf Betreiben des Dirigenten ein neuer Flügel l gekauft, auf dem er jedoch nicht mehr lang spielte, denn im September 1971 stellte Werner Ebling seine Chorleitertätigkeit überraschend ein und wechselte in den Schuldienst. Sein Weggang wurde allgemein bedauert, denn in der Zeit mit Werner Ebling hatte der Chor gesanglich wieder ein hohes Niveau erreicht. Neben anderen erfolgreichen Auftritten waren vor allem die mit dem Kreuznacher Orchesterverein veranstalteten großen Opern- und Operettenkonzerte vielbeachtete glanzvolle Höhepunkte im Kulturleben der Gemeinde.