MGV Einigkeit 1903 Ockenheim e.V.
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1928 - Erstes Jubiläum


Das 25-jährige Bestehen wurde als „Rheinischer Gesangswettstreit“ ausgeschrieben. Wohl aufgrund der damaligen schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse bewarben sich nicht weniger als 13 namhafte Musikdirektoren / Komponisten aus Köln, Bonn, Hamborn, Koblenz, Wiesbaden, Mainz, Bad Kreuznach und Leipzig als Preisrichter, die sich gegenseitig unterboten. Die strengen Kriterien jener Zeit fanden ihren Niederschlag auch in den Wettstreitbedingungen. Dort heißt es: „Jeder Verein singt einen aufgegebenen 12 - Wochen - Pflichtchor und einen selbstgewählten Chor. Mit dem selbstgewählten Chor darf in den letzten drei Jahren auf einem Wettstreit kein Preis errungen sein.“

Aufgrund dieses Paragrafen entwickelte sich nach dem erfolgreich durchgeführten Wettstreit im wahrsten Sinne des Wortes ein echter „Wett-Streit“, denn einer der Gastvereine wurde auf Intervention eines Mitbewerbers durch das Schiedsgericht vom Klassensingen ausgeschlossen, weil er gegen diese Bestimmungen verstoßen hatte. Er verließ unter Protest das Festzelt mit der Ankündigung, dass er vor Gericht sein Recht suchen werde. Wochen später erhielt die „Einigkeit“ tatsächlich eine Ladung des Amtsgerichts Bingen zur mündlichen Verhandlung. Der Vorstand beauftragte ein Anwaltsbüro, um die Klage: „Schadenersatz für den entgangenen Preis und Bezahlung für 17 aufgewandte Chorproben,“ abzuweisen.

Das geschah denn auch im März 1929, doch damit war’s nicht getan. Die Kläger gingen in die zweite Instanz, ans Landgericht Mainz und damit wurde die Mücke zum Elefanten gemacht. Erst nach endlosen Verhandlungen mit zahllosen Schriftsätzen der Anwälte beider Seiten konnte, mit Unterstützung des Vorsitzenden der Preisrichtervereinigung MD Röth­gen, Bonn, und mittels Gutachten namhafter Komponisten jener Zeit, die auf seiner Seite standen, die Klage nach zwei Jahren endgültig kostenpflichtig abgewiesen werden.