MGV Einigkeit 1903 Ockenheim e.V.
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1904 - Erste Aktivitäten


Mit dem Gesangslehrer August Förster aus Bingen wurde ein kompetenter Dirigent bestellt. Die Singstunden wurden sonntags von 16 bis 17 Uhr abgehalten. Heute wäre das undenkbar, damals war es aber für die überwiegend bäuerlichen Mitglieder auf Grund ihrer werktäglichen Beanspruchung wohl die einzige Möglichkeit im Verein mitzumachen. Es bot sich darüber hinaus auch die Gelegenheit, in sonntäglicher Ruhe die Geselligkeit zu pflegen und hernach im Freundeskreis ein gutes Glas Wein zu trinken, den die meisten seinerzeit im eigenen Keller ja nicht hatten.

Schon am Neujahrstag 1904 trat der neu gegründete Chor mit einem Konzert in der Öffentlichkeit auf. Zugleich wurde mit Theateraufführungen eine lange Tradition begründet, die bis in die 60er Jahre beibehalten wurde. Bereits 1905 konnte sich der junge Verein dank der Spendenbereitschaft seiner Mitglieder eine Vereinsfahne, die von den Schwestern der Göttlichen Vorsehung in Mainz für 600 Mark angefertigt wurde, anschaffen. Im Juni wurde die neue Fahne mit einem 3-tägigen Fest unter Beteiligung aller Ortsvereine und der ganzen Gemeinde eingeweiht. Schon 1906 nahm der Chor im benachbarten Gau-Algesheim erstmals an einem Gesangswettstreit teil, von dem die Sänger preisgekrönt und mit stolz geschwellter Brust heimkehrten. Und am Pfingstfest 1908, zwei Jahre später, konnte der Chor wiederum mit einem hervorragenden Ergebnis nach der Teilnahme an einem Gesangswettstreit in Langenlonsheim, nach Hause zurück kehren.

Mit der Aufzählung der im Laufe seines Bestehens besuchten Sängerwettstreite und den jeweils ersungenen Pokale, Diplome und Fahnenschleifen ließen sich viele Seiten füllen; eine solche Statistik soll jedoch nicht Gegenstand dieses Berichtes sein, er soll auch nicht nur die Sonnenseiten beleuchten, er soll interne und externe Ereignisse die das Vereinsgeschehen beeinflussten, aufzeigen. Dabei wird auch deutlich, dass mehrfach die zwanghaft zeitgeschichtlichen Eingriffe für den Verein existentiell bedrohliche Auswirkungen hatten, wie z.B. der im Jahre 1913 beginnende erste Weltkrieg. So hatte der im August dieses Jahres neu verpflichtete Gesangslehrer Heinrich Scherffius aus Mainz kaum noch die Möglichkeit, große Aktivitäten zu entfalten. Der Krieg, in dem der Verein sechs gefallene Sangesbrüder zu beklagen hatte, legte jegliche Vereinstätigkeit lahm.